Geschichte und Entstehung "Waschgeschichten"


Früher war nicht alles besser. Früher war aber auch nicht alles schlechter. Die Wäsche musste von Hand gemacht (gewaschen) werden, meistens geschah das an öffentlichen Orten, an Brunnen und Bächen. Das war einerseits mühsam, gleichzeitig hatte der tägliche Waschgang etwas Kommukatives: Während Kleider und Laken gesäubert und geglättet wurden, tauschten die "Waschweiber" Neuigkeiten aus; man unterhielt sich bei Klatsch und kleinen Spielen.

Irgendwann wurde mit der Industrialisierung auch der Waschvollautomat erfunden, und es war gut: Die Reinigung der Kleider machte spürbar weniger Arbeit. Weniger gut: Die kommunikative Seite des Waschens ging damit den Bach runter. Jede/r wusch für sich allein, und wer sich keine Maschine leisten konnte, wurde auf Waschsalons verwiesen, die nicht gerade gesellig wirkten, sondern trist und funktional.

Dass Waschsalons jedoch mehr als nur Notbehelf sind, nämlich auch Treffpunkte für Freundinnen und Freunde des Eigensinns und der unverfänglichen Kontakte, haben manche schon immer gewusst und entsprechend genutzt. Die speziellen Situationen, die in dieser Zone öffentlicher Hausarbeit - zwischen Kleiderpflege, "Nichtstun" und kurzweiligen Gesprächen - möglich sind, wurden Stoff für Literatur und Filme. Und da die moderne Rationalisierung inzwischen auf eine Weise fortgeschritten ist, dass wir Arbeit und Genuss gerne unter einen Hut bringen, ist es an der Zeit, das Prinzip "Waschsalon" neu zu beleben. Während in den Maschinen die Wäsche läuft, könnten und sollen wir Zeitung lesen, im Internet surfen, Kaffee trinken, klönen und entspannen. Das Beste: Mit "Waschweiber" gibt es einen wunderbaren Ort dafür.

Nicht nur die Maschinen, Trockner sowie Waschmittel genügen höchsten (ökologischen) Ansprüchen. Auch die Umgebung macht das notwendige Waschen schöner: Statt grauer Wände sieht man freundliche Farben und Formen. Statt billiger Bänke gibt es gemütliche Sitznischen, Barhocker und Kinosessel. Auch fürs Sortieren und Zusammenlegen der Wäsche ist genügend Platz. Und das alles: mitten in Linden.

Durchdacht, realisiert und betreut wird das zeitgemäße Konzept von Aliki und Véronique. Aliki hat soviel gastronomisches Herz, dass sie ihren Gästen keinen Kaffeeautomaten vor die Nase stellt, sondern leckere Spezialitäten - ob fest oder flüssig, mit Umdrehungen oder ohne, und immer in der gewünschten Temperatur. Sie ist offen für alle Fragen (nicht nur) rund ums Waschen. Véronique hat bereits die Welt bereist und dabei immer wieder in Waschsalons Station gemacht. Sie weiß, was einen guten Waschsalon ausmacht. Und: Sie weiß, dass ein Waschsalon auch ein trefflicher Ort für spontane Parties und Überraschungen sein kann.

Was braucht man mehr?